Die China Study, tierische Eiweiße und warum ich vegan lebe

Nein, dieser Artikel wird kein „Ihr-müsst-alle-Veganer-werden“-Artikel ;)

In den folgenden Zeilen möchte ich gern einige wichtige Punkte aus dem Buch „China Study“ von T. Colin Campbell aufzeigen und allen, die das Buch und die Fakten daraus noch nicht kennen, meiner Meinung nach (überlebens)wichtige Informationen geben ;) Was du daraus machst, ist dann natürlich wie immer deine eigene Entscheidung!

Ich und die China Study

Vor etwa zwei oder drei Jahren bekam ich von der China Study zu hören. Damals war ich noch Vegetarier und davon überzeugt, dass ich ohne Käse nicht leben kann ;)

So ganz ausführlich beschäftigte ich mich damals auch noch nicht mit diesem Buch, ich hörte nur von anderen, was drin stand, las es aber nicht selbst.

So ein bisschen hat mich das allerdings schon bewegt, denn ich fing nach und nach an, immer weniger Milchprodukte und Eier zu kaufen. Letztendlich lebte ich zu Hause eigentlich schon vegan. Bis auf kleine Ausnahmen. Nur wenn ich unterwegs war, sah ich es nicht so eng, aber probierte hier und da mal ein veganes Gericht aus.

Das wurde dann immer mehr so und irgendwann beschloss ich dann komplett auf vegan umzustellen. Kurz darauf sah ich dann auch den Film „Gabel statt Skalpell„, der die Fakten aus der China Studie darstellt. Dadurch wurde meine Entscheidung noch einmal bestärkt und ich blieb bei einer 98%ig veganen Ernährung.

Mittlerweile sind es wirklich 100% ;)

Vor kurzem hab ich mir das Buch dann auch nochmal selbst zur Hand genommen, da ich es doch noch mal etwas genauer wissen wollte…

Worum geht’s?

Kurz und knapp gesagt, geht es in dem Buch hauptsächlich um den Zusammenhang zwischen dem Konsum von tierischen Eiweißen und dem Auftreten von Krebs (und einigen anderen Zivilisationskrankheiten).

Es wurden hunderte Studien sowohl an Tieren als auch an Menschen dazu durchgeführt und dabei unheimlich viele Zusammenhänge zwischen der Ernährung und dem Auftretend von bestimmten Krankheiten festgestellt.

Wer ist der Autor?

T. Colin Campell ist aufgewachsen als Bauernjunge in einem Milchviehbetrieb. Als Kind wurde ihm gelernt, dass nur Fleisch und Milch „echte“ Lebensmittel sind und er vertrat diesen Standpunkt auch noch lange in seiner wissenschaftlichen Karriere. Er studierte erst Veterinärmedizin und später noch Biochemie und Ernährungswissenschaften. Für seine Dissertation versuchte er sogar Möglichkeiten zu finden, wie man die Produktion von tierischen Eiweiß verbessern bzw. erhöhen könnte. Und in seinen Lehrveranstaltungen spottete er über Vegetarier.

Später leitete er in den Philippinen ein landesweites Projekt mit unterernährten Kindern. Es sollte das ungewöhnlich hohe Auftreten von Leberkrebs bei Kindern aufgeklärt werden. Vermutet wurde, dass Aflatoxin – ein Schimmelgift von Erdnüssen – der Auslöser sein könnte.

Außerdem sollte natürlich ein Weg gefunden werden, wie das Problem der Unterernährung gelöst werden könnte. Das Ziel war damals, den Kindern so viel (tierisches) Eiweiß wie möglich zu geben. Das schien den Wissenschaftlern aus damaliger Sicht die effektivste und gesündeste Lösung.

Die Entdeckung interessanter Zusammenhänge

Während dieses Projektes in den Philippinen wurde festgestellt, dass die Kinder, die am meisten Proteine zu sich nahmen, auch am häufigsten Leberkrebs bekamen. Es handelte sich hier um die Kinder der wohlhabendsten Familien, deren Ernährung eher der westlichen entsprach.

Campbell stieß daraufhin zudem auf eine Studie mit Ratten aus Indien.

Die Ratten wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Beide bekamen das Karzinogen1 Aflatoxin. Die eine Gruppe bekam jedoch 20% ihrer Nahrung in Form von tierischem Protein, die andere nur 5%. (20% entsprechen in etwa der westlichen Ernährungsweise)

Bei der Gruppe, die mehr Protein bekam, entwickelte sich zu 100%(!) Krebs. Bei der anderen Gruppe dagegen zu 0%(!). Campbell und sein Team wiederholten diesen Versuch weitere Male und kamen dabei immer wieder auf das gleiche Ergebnis.

Zahlreiche weitere Studien wurden durchgeführt, diese wurden sogar von amerikanischen Organisationen 27 Jahre lang finanziell unterstützt. Viele Ergebnisse wurden außerdem noch ein zweites Mal durch die besten wissenschaftlichen Journale geprüft, bevor diese die Ergebnisse veröffentlichten.

Wie entsteht eigentlich Krebs?

Um das Verständnis etwas zu erleichtern, möchte ich kurz erklären, wie es eigentlich zur Entstehung eines Tumors kommt.

Als erstes muss erst einmal eine Zelle zu einer krebsanfälligen Zelle werden. Dies geschieht durch die sogenannten Karzinogene1.

Wenn diese Stoffe in die Zelle eindringen, können sie eine Mutation oder genetische Veränderung der Zelle hervorrufen. In diesem Fall ist dann die DNA der Zelle dauerhaft geschädigt.

Kommt es nun zur Zellteilung, wird die geschädigte DNA weitervererbt. Je öfter dieser Vorgang wiederholt wird, umso größer wird die Anhäufung von geschädigten Zellen, bis man schließlich einen Tumor nachweisen kann.

Damit sich die Zellen auch teilen können, werden natürlich bestimmte Bedinungen benötigt.

 

In seinen Studien stellte Campbell fest, dass eine proteinarme Ernährung das Wachstum der Krebszellen verhindert – und eine proteinreiche Ernährung das Krebswachstum fördert.

 

Es wurden auch Studien mit unterschiedlich hohen Dosen von Aflatoxin durchgeführt und dabei festgestellt, dass selbst bei sehr geringen Dosen, aber einer proteinreichen Ernährung das Krebswachstum viel größer war als bei großen Dosen Aflatoxin und einer proteinarmen Ernährung.

Außerdem konnte herausgefunden werden, dass die Zellen sich sozusagen an frühere Karzinogenangriffe erinnern können. Selbst wenn durch proteinarme Ernährung sich die fehlerhaften Zellen nicht weiter vermehrt haben, begannen sie damit, wenn auf eine proteinreiche Ernährung umgestellt wurde.

Campbell konnte das Krebswachstum „wie mit einem Lichtschalter an- und ausschalten“ indem er den Anteil des Proteins in der Nahrung veränderte!

Die große Humanstudie

Anfang der 1970er Jahre wurde in China der Krebs-Atlas veröffentlicht.

Dieser war eine Datenerhebung von Sterblichkeitsraten von mehr als 4 Dutzend unterschiedlicher Krankheiten (inklusive 12 verschiedene Krebstypen, Herzerkrankungen und Infektionskrankheiten) von mehr als 2400 chinesischen Landkreisen, 880 Millionen Einwohnern (96%) und mit etwa 650000 daran beteiligten Mitarbeitern.

Es entstand eine Karte, auf der man sehen konnte, wo welche Krebsarten vorkamen. Und daraus war erkenntlich, dass Krebs in manchen Regionen viel weniger auftraten als in anderen.

Daraus entwickelte sich die Idee für eine der größten Humanstudien der Welt.

Die Studie umfasste 65 Landkreise in 24 von 27 Provinzen in vier verschiedenen Klimagebieten. Jeder Landkreis stellte 50 Männer und 50 Frauen zwischen 35 und 64 Jahren zur Verfügung.

Es wurden Blut- und Harnproben untersucht, von 30% der Teilnehmer über 30 Tage die Nahrungsmittelaufnahme sorgfältig dokumentiert und in lokalen Märkten Lebensmittelstichproben genommen.

Es konnten daher sehr genaue Ergebnisse über die Ernährungs- und Lebensgewohnheiten und die auftretenden Krankheiten aufgenommen werden.

Daraus konnten über 8000 statistisch bedeutsame Zusammenhänge abgeleitet werden.

Aufteilung der Krankheiten nach Wohlstand der Einwohner

Es ergab sich, dass die Krankheiten nach Wohlstand der Einwohner aufgeteilt waren/sind.

In den wohlhabenden Gegenden traten die gleichen Krankheiten auf, die auch bei uns im westlichen Raum die häufigsten Todesfälle verzeichnen (Krebs, Diabetes, koronare Herzerkrankungen).

In den ärmeren Gegenden traten dagegen diese Krankheiten fast nicht auf, stattdessen solche, die durch Mangelernährung und schlechte Hygiene verursacht werden (Pneumonie, Darmverschluss, Magengeschwüre, Lungentuberkulose, um nur einige zu nennen).

Nun stellt sich natürlich die Frage, was die Menschen in den wohlhabenden Gebieten gegessen haben? Ja genau, mittlerweile fast das gleiche fettige, proteinreiche Essen wie in westlichen Ländern auch gegessen wird.

Und die in den armen Gegenden? Natürlich pflanzliche Lebensmittel, „viel“ Brot und Reis. Tierische Lebensmittel sind ja verhältnismäßig teuer.

Es bestätigten sich die Tierversuche also auch bei den Untersuchungen am Menschen.

 

Ich könnte jetzt zahlreiche Zusammenhänge, die in dieser Studie gefunden wurden, einzeln erläutern. Aber ich will hier ja niemanden langweilen, sondern lediglich das Problem darstellen.

Wer es genau wissen will, der sollte auf jeden Fall das Buch lesen! (Link ganz oben)

Und ich werde ganz sicher noch in dem ein oder anderen Post auf einzelne Ergebnisse genauer eingehen.

Grundsätzlich ist laut Campbell eine vegane, fettarme Ernährung die beste, um ein gesundes und langes Leben führen zu können und irgendwann an einem natürlichen Tod zu sterben :)

Mein Ziel ist das auf jeden Fall! Wie ist es bei dir? ;)

 

1 Wikipedia: Ein Karzinogen [kartsino’geːn] ist eine Substanz, ein Organismus oder eine Strahlung, die Krebs erzeugen oder die Krebserzeugung fördern kann.

 

 

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Comments

  1. Michaela

    Liebe Elisa, vielen Dank für den guten Artikel. Ich bin teilzeit Veganer, also manchmal lasse ich mich eben immer noch von Käse verführen. Das Buch habe ich auch gelesen, du hast es schön und knackig vorgestellt.
    Schade finde ich, dass man den meisten Menschen Angst machen will, um zum Beispiel die Ernährung umzustellen, oder mit dem Rauchen aufzuhören…

    Leider funktioniert das augenscheinlich am besten, wenn der Mensch tatsächlich am Boden liegt. Erst dann erkennen viele, was sie da mit sich all die Jahre gemacht haben.

    Liebe Grüße Michaela

    Reply
    1. ladygreensproutladygreensprout Post author

      Liebe Michaela,

      vielen Dank! Freut mich sehr, dass dir mein Artikel gefällt!
      Ich hoffe nicht, dass es so rüber kommt, als ob ich Leuten Angst machen möchte? Ich möchte lediglich gern aufklären. Deswegen versuche ich auch, viele Artikel über besonders gesunde Dinge einzubauen. Eine gesunde Ernährung sollte ja nicht nur aus Weglassen von vielleicht geliebten Dingen bestehen. Dann will es ja keiner machen.
      Ich hoffe ja, dass ich vielleicht den ein oder anderen dazu bewegen kann, seine Ernährung zu ändern, bevor er am Boden liegt :) Das wäre wirklich toll, wenn ich damit dem ein oder anderen ein bisschen helfen kann :)

      Ist doch toll, dass du schon viel Wert auf eine gesunde Ernährung legst und das mit dem Käse finde ich auch nicht so schlimm. Mir ging es auch sehr lang so und ich konnte mir nie vorstellen, ihn komplett zu streichen, aber jetzt hab ich komischerweise garkeinen Appetit mehr drauf.
      Ich denke, wenn man im Allgemeinen sehr gesund lebt, sind ein paar Ausnahmen auch mal erlaubt! Ein bisschen Genuss gehört ja dazu, obwohl gesunde Ernährung natürlich auch Genuss sein kann :)

      Liebe Grüße, Elisa

      Reply

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